[Rezension] Jan Chorin – Halleluja – ein Papstkrimi

eine Glaubensfrage

Ich habe sehr lange überlegt, was ich von diesem Buch halten soll. An sich ist es ein gutes Buch – für Christen. Die Sprache ist ausgeklügelt (mit Fachbegriffen, aber auch nicht so voll gepackt, dass Nicht-Christen das Buch nicht verstehen würden). Der Lesefluss ist angenehm und kurzweilig. Für Christen ist es definitiv ein sehr gutes Buch.

Nun bin ich aber Atheist voller Überzeugung und habe gehofft, dass das Buch so lustig ist, wie Autoren und Verlag es versprochen haben. Selbst mit Lupe konnte ich keinen Humor entdecken. Die „Guten“ waren so farblos beschrieben, dass ich aus lauter Verzweiflung mit den Bösewichten sympathisiert habe, was mir vorher noch nie passiert ist. Nach 350 Seiten weiß ich nicht, wer der Papst ist – er hat keinen Charakter, im Grunde verhält er sich wie ein schlafender Italiener.

Ich habe den Eindruck, dass die Autoren der Kirche und den Gläubige(r)n nicht auf die Füße treten wollten und deshalb eine Light-Version veröffentlicht haben. Vielleicht sind Alba und Chorin selbst Christen. Genau das ist der Knackpunkt, sie haben sich nicht getraut, das Christentum zu kritisieren und kratzen deshalb nur an der Oberfläche, was das Buch für Atheisten uninteressant macht. Es ist kein zweiter „Jesus liebt mich“ und bekommt von mir deshalb nur 3 gut gemeinte Punkte.

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